Professur für Ökonomische Bildung und Wirtschafts­didaktik

Die Eberhard Karls Universität Tübingen steht für herausragende Lehre und Spitzenforschung. Seit Oktober 2016 besteht an der wirtschafts- und sozial­wissen­schaftlichen Fakultät und an der Tübingen School of Education eine neue Stiftungs­professur.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Taiga Brahm hat die Dieter von Holtzbrinck Stiftung eine Professur für Ökonomische Bildung und Wirtschaftsdidaktik eingerichtet. Das Lehren und Lernen in unterschiedlichen Bildungskontexten, insbesondere an Gymnasien und Hochschulen, steht im Mittelpunkt der Forschung. Zentral ist dabei die Frage, wie Lernende in ihrer Entwicklung zu selbstständigen (Wirtschafts-)Bürgerinnen und Bürgern unterstützt werden können. Die Forschung fließt auch in die Ausbildung zukünftiger Lehrerinnen und Lehrer für das Fach Wirtschaft/Berufs- und Studienorientierung ein.

Das Lehrstuhl-Team

zum Lehrstuhl-Team gehören v.l.: Dr. Malte Ring, Michael Wihlenda, Sari Rübe, Dr. Luis Oberrauch, Prof. Dr. Taiga Brahm, Luisa Scherzinger

Studium und Lehre

Im Studium des Bachelors of Education Wirtschaftswissenschaft erlangen Studierende wirtschaftswissenschaftliches Basiswissen sowie pädagogische Kompetenzen. Dabei ist neben der fachspezifischen Grundausbildung und der Entwicklung fachdidaktischer Kompetenzen auch ein Unternehmenspraktikum fester Bestandteil des Studiums. Dies bietet den Studierenden über einen Zeitraum von mindestens sechs Wochen Einblicke in Unternehmen und stellt eine Verzahnung mit den fachwissenschaftlichen Inhalten des Studiums sicher. Der Abschluss Bachelor of Education ermöglicht einen direkten Berufseinstieg und ist zugleich die Basis für ein weiterführendes Master-Studium, das der Vermittlung vertiefender Fachkenntnisse und der Weiterentwicklung didaktischer Expertise dient. Dabei rücken im Laufe des Studiums das forschende Lehren, die Planung, Durchführung und Reflexion von Unterrichtseinheiten am Gymnasium sowie Aspekte der Kompetenz- und Berufseignungsdiagnostik in den Fokus. Der Abschluss Master of Education bildet schließlich die Voraussetzung für ein Referendariat an Gymnasien.

Module im Fach Wirtschafts­wissenschaft ECTS-Punkte
Einführung in die Betriebs­wirtschafts­lehre für Lehr­amts­studierende 9
Methodisches Propädeutikum 9
Fachdidaktik I - Teil 1 + Teil 2 9
Ökonomische Bildung Teil 1 + Teil 2 9
Einführung in die Volks­wirtschafts­lehre für Lehr­amts­studierende 6
Makroökonomik I 6
BWL-Wahlpflichtbereich 12
Grundlagen der Politik­wissenschaft 6
Ethische Grundlagen 6
Praktische Studien (Unternehmens­praktikum) 9
(Bachelorarbeit) (6)
Module im Fach Wirtschafts­wissenschaft ECTS-Punkte
Wirtschafts­wissenschaftliches Wahl­pflicht­modul I 6
Wirtschafts­wissenschaftliches Wahl­pflicht­modul II 6
Wirtschafts­wissenschaftliche Vertiefung 10
Fachdidaktik II 6
Masterarbeit Wirtschafts­wissenschaft 15

Forschung an der Professur für Ökonomische Bildung und Wirtschafts­didaktik

Geforscht wird praxisnah an der Schnittstelle von Fachwissenschaft, Erziehungswissenschaft und weiteren Disziplinen zur Kompetenzentwicklung in Schule und Hochschule. Ziel ist es, dazu beizutragen, dass Lernende unterschiedliche (Wirtschafts-)Anforderungen besser bewältigen können. Daher stehen ausgewählte Publikationen des Lehrstuhls sowie Lernmaterialien allen Lehrkräften und weiteren Interessierten zur nicht-kommerziellen Nutzung zur Verfügung.

Forschungs­projekte

Bilingualer Wirtschaftsunterricht

In Zeiten des globalen Wandels werden zukunftsorientierte Qualifikationen wie interkulturelle und ökonomische Kompetenzen sowie Fremdsprachkenntnisse immer wichtiger. Der bilinguale Wirtschaftsunterricht ist ein vielversprechendes Format zur Förderung dieser Schlüsselqualifikationen. Der Forschungsbereich bilingualer Wirtschaftsunterricht beschäftigt sich mit der Professionalität und der Professionalisierung von bilingual unterrichtenden Lehrpersonen, denn diese sind durch die Kombination aus Fremdsprache und Fachunterricht besonders gefordert.

Entwicklung ökonomischer Kompetenzen

Die kausalen Effekte ökonomischer Bildung in der Schule auf Kompetenzen, Einstellungen und Verhaltensweisen in realen ökonomischen Entscheidungssituationen sind bislang wenig erforscht. Im Rahmen einer von der Stiftung Würth geförderten Längsschnittstudie werden Lernende zweier Kohorten über einen Zeitraum von vier Jahren begleitet. Die zentrale Forschungsfrage ist hierbei, ob ein grundständiges Fach der ökonomischen Bildung in allgemeinbildenden Schulen positive Effekte auf kognitive Dimensionen ökonomischer Kompetenz aufweist. Zusätzlich werden im Rahmen weiterer Erhebungen Einstellungen sowie sozio-emotionale Fähigkeiten in Bezug auf finanzielle Entscheidungen untersucht.
( Mehr zum Forschungsbereich Kompetenzentwicklung)

Erklärvideos

Verstärkt durch die Covid-19-Pandemie greifen Lehrerinnen und Lehrer immer häufiger auf Erklärvideos im Internet zurück oder erstellen selbst Erklärvideos für ihre Lernenden. Im Rahmen des Forschungsprojekts soll untersucht werden, wie die instruktionale Qualität von Erklärvideos speziell im Wirtschaftsunterricht erfasst werden kann und wie angehende Lehrpersonen bei der Entwicklung von Erklärvideos evidenzbasiert unterstützt werden können.